Die Seeräuber. Tradition seit 1913.

SC Böckingen - Historie

Fußballtradition, die vor über 100 Jahren begann.

Im Jahr 1913 

wurde unter Leitung des Sportkameraden Anton Schuster die Fußballabteilung als Sparte des Freien Turnerbundes Böckingen gegründet. Gründungsmitglieder waren: Hermann Baudermann, Fritz Dausch, Wilhelm Franz, Karl Frank, Heinrich Gebert, Karl Grund, Jacob Hannemann, F. Ilshöfer, Krepp, Ernst Lutz, Emil Müller, Fritz Schaal, Hermann Schilling, G. Schnell, Anton Schuster, Wilhelm Veigel und Gustav Wiedmann. Die Abteilung Fußball beteiligte sich im Gründungsjahr an der Meisterschaft des ATSB (Arbeiter Turn Sportbund) die in Konkurrenz zur Meisterschaft des Deutschen Fußballverbandes stand. Zur damaligen Zeit gab es noch kein unter dem DFB vereintes Fußballdeutschland, vielmehr gab es mehrere eigenständige Verbände mit eigenen Meisterschaften. Die führenden Meisterschaften der damaligen Zeit waren die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Fußballverbandes, und des ATSB (der auch eine eigene Nationalmannschaft hatte die zum Beispiel Deutschland bei den Olympischen Spielen vertrat). Weiterhin gab es noch die Akademikermeisterschaft, die Meisterschaft der Deutschen Turnerschaft, die Meisterschaft der Deutschen Jugendkraft sowie die Rotsport Meisterschaft (entstand allerdings erst aus dem politischen roten Flügel des ATSB). Der SC Böckingen (in Statistiken und Zeitungen hier noch als SK Böckingen) konnte hier auf anhieb Bezirksmeister werden.

Die Meistermannschaft des Jahres 1913/1914

Fritz Schaal, Jakob Hannemann, Fritz Dausch, Ernst Lutz, Heinrich Gebert, Karl Grund, Karl Frank, Emil Müller, Hermann Schilling, Anton Schuster, Krepp, F. Ilshöfer und Gustav Wiedmann. Der einzige Platz stand gemeinsam dem Tunerbund Böckingen, der Union Böckingen und dem Sport Club Böckingen zur Verfügung. Den Berichten nach verlief die zeitliche Einteilung des Sportplatzes nicht immer reibungslos. Einmal soll es zu einer Schlacht, gemeint ist eine herzhafte Schlägerei, zwischen den einzelnen Beteiligten gekommen sein. Nach dieser Auseinandersetzung waren die Platzverhältnisse geregelt. 

In den Jahren von 1914-1918 wurden auf Grund des 1.Weltkrieges keine Meisterschaftsspiele ausgetragen. Trotzdem wurde ein beschränkter Spielbetrieb aufrechterhalten, der erst 1917, dem Jahr des sogenannten Streckrübenwinters (Hungerjahr) zum erliegen kam.

Nach dem Krieg im Jahre 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen und die Spieler der Gründungsmannschaft stellten sich zur Verfügung. Dank einer vorbildlichen Kameradschaft und eines sehr guten Spielermateriales wurde der Aufstieg in die höchste Spielklasse des 8. Kreises des ATSB geschafft.

Der Kreis Württemberg wurde neu organisiert und im Jahr 1920/21 wurde unter den
Mannschaften aus Feuerbach, Zuffenhausen, Weil im Dorf, Stuttgart-Ost,
Untertürkheim, Botnang und Böckingen die Bezirksmeisterschaft ausgespielt.
In den nun folgenden Jahren entstand um den verdienstvollen Spieler Erwin Kurzendöfer herum, eine junge schlagkräftige Mannschaft, die in den nächsten Jahren vier Württembergische Meisterschaften feiern konnte, und zweimal äußerst unglücklich im Finale um die Süddeutsche Meisterschaft als Verlierer vom Platz gehen musste. Anzumerken sei hier um die Leistung der damaligen Sportskameraden erst richtig begreifen zu können, dass damals die vier Sieger der Süd- Nordwest- Mittel- und Ost- Deutschen Meisterschaft das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft bestritten.
Der Sport Club scheiterte also zweimal knapp an der Halbfinal Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft des ATSB.

Württembergischer Meister in der Saison 1925/26 

In der Saison 1925/26 gewann der Sport Club Böckingen seine erste Württembergische Meisterschaft und qualifizierte sich damit als einer von fünf weiteren Kreismeistern für die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft. Die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft bestritten folgende Mannschaften:
TSV St. Leonhardt-Schweinau, SC Böckingen, FT Frankfurt-Westend, BSC München und Freier FV 1925 Neuhofen. Das einzige bekante Ergebnis aus dieser Vorrunde war ein 1-4 unseres Sport Clubs gegen den FT Frankfurt-Westend. Das Spiel musste damals im benachbarten VfR-Stadion ausgetragen werden. Gruppensieger und damit Süddeutscher Meister wurde die Mannschaft von St.Leonhardt-Schweinau. Das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft stand damit wie folgt:
FSV Bochum-Laer (Nordwest Deutscher Meister) unterlag dem Dresdner SV 10 (Mittel Deutsche Meister) mit 3-5 und St.Leonhard-Schweinau (Süddeutscher Meister) unterlag dem TuS Süden 07 Forst mit 0-2. Im Finale bezwang der Dresdner SV 10 den TuS Süden 07 Forst vor 12 000 Zuschauern in Dresden mit 5-1.

1927/1928 folgte die zweite Württembergische Meisterschaft in der noch jungen Sport Club Geschichte, und wiederum qualifizierte man sich damit für die Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft. Folgende Mannschaften waren diesmal dabei: FTSV Weiden/Oberpfalz, ASV Frankfurt-Westend, Vorwärts Neuhofen, FT München-Gern und der SC Böckingen. Hier sind folgende Spiele des SC Böckingen bekannt: in Durlach gewann man gegen Vorwärts Neuhofen mit 6-4 und in Franfurt verlor man gegen Franfurt-Westend recht unglücklich mit 2-3 n.V. Süddeutscher Meister wurde Franfurt-Westend. Das Halbfinale der Saison 1927/28: Pankower SC Adler (Ostmeister) – VfL Naumburg 88 (Mitteldeutscher Meister) 6-3 und Frankfurt Westend (Südmeister) – SC Preußen Altenessen (Nordmeister) 5-1. Im Finale gewannen in Berlin vor 10 000 Zuschauer die Pankower SC Adler gegen Franfurt Westend mit 5-4.

1928/29 konnte der Sport Club Böckingen seinen dritten Württembergischen Meistertitel erringen. Diesmal traf man in der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft auf folgende Mannschaften: Sportkartell Weiden, FTSV Mörfelden, FC Ludwigshafen und 1 FC Dachau.
Folgende Ergebnisse aus Sport Club Sicht sind bekannt: Beim 1 FC Dachau gewann man mit 2-0, Zuhause gegen Weiden verlor man mit 3-5 und beim FC Ludwigshafen wurde mit 3-4 verloren. In Stuttgart musste der SC Böckingen in einem Entscheidungsspiel gegen Weiden antreten und verlor das Endspiel um die Süddeutsche Meisterschaft mit 0-1. Trotz der Niederlage konnte der SC Böckingen den Titel des Süddeutschen Vizemeisters feiern. Im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft lauteten die Paarungen wie folgt: FT Döbern (Ostmeister) – VfL Leipzig-Südost (Mitteldeutscher Meister) 3-1 und Lorbeer 06 Hamburg (Nordmeister) – Sportkartell Weiden (Südmeister) 2-1. Das Finale vor 15 000 Zuschauern in Hamburg gewann Lorbeer 06 Hamburg (unter anderem mit Erwin Seeler – Vater von Uwe Seeler angetreten) gegen Weiden mit 5-4.

Ruhmreiche Fußballgeschichte vor dem 2. Weltkrieg

1929/1930 sollte der Sport Club seinen vorerst letzten Württembergischen Meistertitel feiern. Die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft im Jahr 1929/1930: SC Böckingen, ASV Hagsfeld, TuS Nürnberg-Ost, SV Vorwärts Neu-Isenburg und TuS München-Ost. Der Sport Club gewann gegen Hagsfeld mit 4-1, beim Rekordmeister Tus Nürnberg-Ost folgte ein 1-1 Unentschieden und gegen TuS München-Ost spielte man zuhause 3-3. Mit einem Sieg im letzen Spiel in Neu-Isenburg hätte man den Süddeutschen Meistertitel erstmals nach Böckingen holen können, doch der Sport Club Böckingen verlor mit 1-2 und musste den Titel der Mannschaft aus Nürnberg überlassen. Im Halbfinale kam es zu folgenden Paarungen: FTSV Kosterbrau (Ostmeister) – TuS Nürnberg-Ost (Südmeister) 1-2 Bahrenfelder SV (Nordwestmeister) – TV Steinach/Thüringen (Mitteldeutscher Meister) 7-1. Das Finale gewann in Nürnberg vor der Rekordkulisse von 18 000 Zuschauern der TuS Nürnberg-Ost gegen den Bahrenfelder SV mit 6-1.
Damit war die große Zeit, des Sport Club Böckingen, in der man Baden Württemberg auf überregionaler Ebene vertrat vorbei. Diese Ergebnisse und Titel sind Zeugnisse eines beachtlichen Leistungsniveaus der Spieler des Sport Club Böckingen. Der Sport Club Böckingen genoss höchste Wertschätzung in der damaligen Fußballwelt. Hierzu trugen natürlich auch die Sportler bei, die den Sport Club Böckingen in der damaligen Zeit bei Auswahl- und Repräsentationsspielen vertraten. Hermann Präg, Hermann Kohler, Ernst Schellenberger, Willi Messer, Karl Frank und Erwin Kurzendörfer wurden immer wieder zu Spielen einer Auswahl auf Bezirks-, Landes- und sogar Bundesebene berufen. Sport Club-Torwart Adolf Schaal wurde sogar zu Länderspielen gegen Finnland, Frankreich, Schweiz und Belgien berufen und kam dort auch zum Einsatz. Überhaupt war Adolf Schaal (1908-1947) der schon im Alter von 16 Jahren in der 1. Mannschaft seinen ersten Einsatz hatte, einer der überragenden Torhüter seiner Zeit. Mit Stolz können wir heute drauf zurückblicken, einen Nationaltorhüter in unserem Verein gehabt zu haben.

Diese stolzen Erfolge des Sport Clubs in der Zeit vor dem 2.Weltkrieg halfen mit, die ruhmreiche Fußballgeschichte des Vorortes Böckingen mitzuschreiben. Das war das Ergebnis einer vorbildlichen Jugendarbeit. Schon in der Zeit vor 1933 hatten die verantwortlichen Kameraden erkannt, dass in der Jugend die Zukunft liegt, und das allein eine gesunde, starke und leistungsfähige Jugend der beste und zuverlässigste Garant für einen aufstrebenden Verein sein kann.

Im Jahr 1933 mit Beginn des Dritten Reiches kam das Aus für den Sport Club Böckingen. Dem ATSB und seinen angeschlossenen Vereinen wurde von den Machtinhabern des Dritten Reiches die Tendenz hin zur Sozialdemokratischen Arbeiter Partei unterstellt. Der Verband und die angeschlossenen Vereine wurden Verboten und mussten den Spielbetrieb unter Zwang einstellen. Das schuldenfreie Sporthaus sowie das gesamte Vermögen des Vereines wurden beschlagnahmt.

Nachkriegsgeschichte: Erfolge in der 2. Amateurliga

Dreizehn Jahre durfte der Sport Club Böckingen keinen Fußball spielen. Erst im Jahre 1946 erhielt der Sport Club von der Besatzungsmacht die Lizenz zum Spielbetrieb erteilt. Viele gute Spieler waren allerdings aus dem Krieg nicht mehr zurückgekommen. Andere hatten den Verein gewechselt oder sich vom aktiven Sport zurückgezogen. Trotz dieser Faktorenwurde in der A-Klasse der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Im Jahr 1947/48 wurden anfänglich gute Erfolge erzielt. Eine kleine Krise hatte die Mannschaft damals außer Tritt gebracht, so dass die Meisterschaft versagt blieb. Doch die bereits erwähnte gute und kontinuierliche Jugendarbeit sollte sich bezahlt machen.In der Saison 1955/56 konnte der Sport Club Böckingen den Meistertitel der A-Klasse erringen. In der Aufstiegsrunde zur 2. Amateurliga konnte man sich gegen die Mannschaften der TG Heilbronn und des VfB Bad Mergentheim durchsetzen, und war damit in der 2. Amateurliga (vierte Liga: darüber kamen 1. Amateuerliga, 2 Liga Süd und die Oberliga Süd als höchste Süddeutsche Spielklasse) angekommen.

Die folgenden 6 Jahre spielte man in der 2. Amateurliga. Diese Jahre bildeten den größten sportlichen Erfolg der Nachkriegsgeschichte. Die Platzierungen der 2.Amateurliga im Überblick: 56/57 (4 Platz), 57/58 (5 Platz), 58/59 (7 Platz), 59/60 (12 Platz), 60/61 (8 Platz) und 61/62 (14 Platz). Und hier die Spieler die diese Zeit in der 2.Amateurliga prägten:
Kurt Glück, Richard Lonhard, Willi Eckert, W.Eberhard, Rolf Schnepf, Kurt Schnepf, H.Holzwarth, W.Fischer, H.Wieland, G.Hänle, Werner Schnepf und Manfred Messer. Trainer in dieser Zeit des Erfolges war Karl Schnepf.

Verzicht auf bezahlte Spieler in den 60er Jahren

Der 14 Platz der Saison 61/62 reicht nicht für den Klassenerhalt und so musste man in die A-Klasse absteigen. In diesen Jahren musste sich die Vereinsführung um Helmut Hägele entscheiden ob man den Weg mit bezahlten Spielern, den so viele Vereine damals gingen, einschlagen wollte oder ob man sich dem Breitensport widmete. Bezahlte Spieler wurden damals von der Vereinsführung abgelehnt. Sicherlich hätte man den sportlichen Niedergang des SC Böckingen in die unteren Ligen verhindern können, wenn man wie andere Vereine Gelder ausgegeben hätte um besseres Spielermaterial zu kaufen. Doch man nahm sportliche Höhen- und Tiefen in Kauf und verzichtete auf bezahlte Spieler. Sicherlich war dies damals die richtige Entscheidung des verdienten Sport Club Vorstandes Helmut Hägele, der diesen Verein prägte wie wohl kein anderer. 25 Jahre stand er dem Verein als Vorstand zur Verfügung, und weitere 17 Jahre war er als Jugendleiter tätig. Aus den oben genannten Gesichtspunkten stieg die 1 Mannschaft nach nur einem Jahr A-Klasse im Jahr 1963 in die B-Klasse ab. Im Jahr 1964 erfolgte aber der sofortige Wiederaufstieg in die A-Klasse. Die A-Klasse entsprach übrigens der heutigen Bezirksliga, die B-Klasse war gleichzusetzen mit der heutigen Kreisliga A und die C-Klasse war die jetzige Kreisliga B. Nach nur einjähriger Zugehörigkeit zur A-Klasse erfolgte der erneute Abstieg in die B-Klasse, in der man dann die nächsten vier Jahre zubrachte.

In der Saison 1968/69 konnte man unter Trainer Adolf Pollok wieder einmal den Meistertitel in der B-Klasse feiern. Punktgleich mit dem SV Schluchtern schloss man die Meisterschaft in der B-Klasse ab und so musste ein Entscheidungsspiel die Aufstiegsfrage klären. Am Fronleichnamstag des Jahres 1969 kam es in Nordhausen zu einer packenden Regenschlachtzwischen dem SC Böckingen und dem SV Schluchtern. Der Sport Club gewann mit 4-1.

Die Meistermannschaft der Saison 1968/1969:
Willi Eberle, Peter Friedrich, Jürgen Brenner, Klaus Hoffmann, Dieter Greiner, Bernd
Stupp, Karl Messer, Peter Irion, Rolf Schwab, Roland Geiger, Hermann Haaf, Heinrich
Irion, Peter Hesser, Karlheinz Sprißler und Rolf Zweidinger.

Nach einem Jahr wiederum der Abstieg in die B-Klasse. Das nächste Jahrzehnt wurde in der B-Klasse verbracht.

80er Jahre: Gute Rolle in der B-Klasse  

Im Jahr 1981 brach dann sportlich gesehen die wohl dunkelste Stunde über den SC Böckingen herein. Man musste in die C-Klasse absteigen, und war damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der untersten Spielklasse angekommen. 1983 wurde die C-Klasse dann in Kreisliga B umbenannt womit wir bei den heutigen Ligen-Strukturen angelangt sind.
In den nun folgenden Jahren spielte man in der Kreisliga B (Stadtstaffel) immer eine gute Rolle (85/86 3. Platz, 86/87 2. Platz, 88/89 3.Platz, 91/92 4. Platz) doch der Aufstieg gelang vorerst nicht mehr.

Im Jahr 1988 feierte der SC Böckingen sein 75 Jähriges Jubiläum. Der damalige Vorstand Klaus Vielhauer erstellte eine Festschrift und stellte ein tolles und gemischtes Programm für eine Festwoche zusammen, die vom 01.06. bis 05.06.1988 stattfand. Ein Höhepunkt war sicherlich das Freundschaftsspiel der Union Böckingen (Landesliga) gegen den Lokalrivalen VfR Heilbronn (Oberliga) auf dem Sportgelände an der Viehweide.

1994/1995: Meister der Kreisliga B

Für die Saison 1994/1995 wurde von Vorstand Karl Messer als Trainer für die
erste Mannschaft Klaus Ries verpflichtet. Der sympathische Klaus Ries, ehemaliger Landesliga Spieler des SV Schluchtern und der Spvgg Frankenbach war ein Glücksgriff für den SC Böckingen. Der Sport Club stieg als Meister der Kreisliga B in die Kreisliga A auf.
Am 16.06.2005 konnten auf der Meisterfeier, von Vorstand Karl Messer folgende an der Meisterschaft beteiligten Spieler und Funktionäre Leistungsnadeln des SC Böckingen in Empfang nehmen: Mirco Hofacker, Bernd Hesser, Markus Brenner, Andreas Rückheim, Martin Rückheim, Thomas Hartmann, Peter Sperber, Ralf Heinrich, Ralf Brandner, Armin Ochs, Clemente Isaia, Marco Riexinger, Erich Hoffmann, Josip Arnold, Volker Brenner, Laza Bairaktaridis, Michael Kürschner, Ugur Karaoglan, Sven Nehry, Thomas Pfeiffer, Betreuer Roland Nehry, Torwarttrainer Harald Riexinger, Joachim Frei, Klaus Ries, Michael Hohenstatt, Klaus Vielhauer (2. Vorstand), Kurt Volpp (Sponsor) und Bernd Kautter.
Getrübt wurde diese Meisterschaft durch einen Vorfall der sich auf dem Heilbronner Volksfest beim Championstag, zu dem der SCB als Meister eingeladen war, ereignete. Zu später Stunde wurden die beiden Spieler Bernd Hesser und Joachim Frei niedergestochen und zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die am Tag darauf beginnende Heilbronner Stadtmeisterschaft wurde von Vorstand Karl Messer abgesagt, da die Mannschaft auf Grund des Schocks nicht in Lage war zu spielen.

1995-1999: Der Phönix aus der Asche

In der Saison 1995/1996 wollte man eigentlich nur den Klassenerhalt schaffen, doch Klaus Ries führte die Mannschaft von Sieg zu Sieg und so wurde der direkte Durchmarsch in die Bezirksliga geschafft. Das Bezirksligajahr 1996/1997 sollte chaotisch werden, und war geprägt von Trainerwechsel und laufenden Diskrepanzen mit Hauptsponsor Kurt Volpp, der den Verein dann auch schließlich im Zorn verließ. Vier Trainer versuchten sich am Projekt Bezirksliga (Rudi Kern, Jürgen Brenner, Harald Riexinger und Klaus Daniel) doch keiner konnte den Abstieg nach dieser Horrorsaison verhindern.

Der SC Böckingen verließ mit 31 Punkten (8 Siegen, 7 unentschieden) die Bezirksliga, unter anderem auch nur deshalb da unser direkter Vereinsnachbar die Union Böckingen in diesem Jahr unerwartet aus der Landesliga in die Bezirksliga absteigen musste. Der ungebremste Fall ging weiter, und so stieg man 1997/98 nach verlorenem Relegationsspiel in Nordhausen gegen TSV Massenbach (nach Verlängerung 1:3) gleich nochmals ab und war damit wieder in der Kreisliga B angekommen. Doch der Sport Club schien Spaß daran gefunden zu haben Geschichte zu schreiben, und schaffte mit Trainer Jörg Westenberger in der Saison 1998/1999 nach zwei Abstiegen hintereinander wiederum den Aufstieg in die Kreisliga A. Dieses Kunststück zweimal hintereinander aufzusteigen, um, dann zweimal nacheinander wieder abzusteigen, um dann wieder wie der Phönix aus der Asche aufzuerstehen um wiederum aufzusteigen wird sicherlich in der Erinnerung aller Beteiligten bleiben, und gehört sicherlich zu den Anekdoten des Unterländer Fußballsports.

Im darauf folgenden Jahr (1999/2000) konnte man mit einem 7. Platz in der Kreisliga A
das Ziel Nichtabstieg erreichen und brachte somit etwas Ruhe in den Verein.

Trotzreaktion 2006/2007: Meister in der Kreisliga B

Die gesellschaftlichen Strukturen dieser Zeit drückten auch dem SC Böckingen seinen Stempel auf. Fußball hatte den Stellenwert früherer Tage verloren. Kinder spielen heute lieber mit dem Computer als auf dem Bolzplatz zu kicken, Erwachsene widmen sich dem Tennissport oder sind nach einem immer stressiger werdenden Arbeitstag ohne Interesse sich am Vereinsleben aktiv zu beteiligen. Dies hat zur Folge das man beim Sport Club erstens Probleme bekam eine Mannschaft stellen zu können und zweitens kaum noch jemand fand der Jugendtrainer sein wollte oder sich als Funktionär zur Verfügung stellte. Ein zusätzliches Problem stellte sicherlich der hohe Anteil Ausländischer Mitbürger mit Migrationshintergrund in Böckingen dar, der im sozialen Brennpunkt Böckingen oft zu Problemen führte. 
Auf Grund der o.g. Probleme nahm man 2000/2001 die Spieler von Hellas Heilbronn, die ohne Sportplatz dastanden, beim Sport Club auf und konnten mit Ihrer Hilfe den Abstieg durch einen 13 Plätze vermeiden. Nach nur einem Jahr fand Hellas Heilbronn beim SSV Klingenberg ein neues Zuhause und die Hellas Spieler sowie Trainer Mathias Sprißler wanderten über Nacht nach Klingenberg ab.
Wiederum stand man vor der Saison 2001/2002 ohne geeignetes Spielerpotenzial vor einer äußerst schweren Kreisliga A Saison. Mit Jürgen Schumacher konnte ein Spielertrainer verpflichtet werden der schon in der Oberliga beim VfR Heilbronn spielte. Aber welche Mannschaft sollte er trainieren. Noch 2 Wochen vor Saisonbeginn hatte der Sport Club Böckingen keine Kreisliga A taugliche Mannschaft zur Verfügung. Die damalige Vereinsführung um Vorstand Eberhard Krautter beschloss wieder einen Verein mit ins Boot zu nehmen der derzeit ohne Sportplatz dastand: Amaselo Heilbronn. Und erneut konnte der Abstieg in die Kreisliga B mit einem 14. Platz verhindert werden. Die Integration der Amaselo Spieler und der Amaselo Vorstandschaft konnte allerdings nicht vollzogen werden, und so ging man in die Saison 2002/2003 mit vielen internen Problemen. Die neue Vorstandschaft um Marcus Itzerott (Vorstand) und Stefan Horn (2. Vorstand) versuchte zwar durch die Rückholaktion im Dezember 2002 von Kulttrainer Klaus Ries den Klassenerhalt zu schaffen, doch mit dem 14 Platz blieb nur die kleine Chance des Relegationsspieles. In Nordheim musste man gegen den Zweiten der Kreisliga B Spvgg Frankenbach antreten und verlor mit 0:1. Der Abstieg war besiegelt. Klaus Ries hatte im folgenden Jahr (2003/2004) in der Kreisliga B wiederum mit dem kleinen Spielerkader wenig Aussichten auf Erfolg, und so musste man mit dem 8. Platz zufrieden sein.
Im Jahr 2004/2005 verpflichtete dann der Vorstand Stefan Horn ein Trainer Duo um Rainer Graf und Cosimo Alemanno die beide von Kreisliga Vertreter TSV Nordhausen kamen und etwa 15 neue Spieler mitbrachten. In der Saison wurde die Mannschaft dann 7 in der Kreisliga B mit 29 Punkten und einem Torverhältnis von 44:46 Toren.
Die Saison 2005/2006 verlief sportlich sehr gut und man belegte nach Ende des Spieljahres einen 4.Tabellenplatz mit 53 Punkten und 55:39 Toren. Aber die ganze Saison hatte trotzdem einen schwarzen und traurigen Schatten , den unserer Verein musste leider zwei Todesfälle von zwei jungen Spielern beklagen und somit rückte das Sportliche ins Nichts.
Im Jahr 2006/2007 zeigte die Mannschaft dann eine Trotzredaktion für ihre beiden verstorben Spieler und errang die Meisterschaft in der Kreisliga B/3. Obwohl man nur auf Platz 6 nach der Vorrunde stand gelang ein Husarenritt in der Rückrunde und man stieg nach 14 Siegen in Folge in die Kreisliga A/3 auf. Man erzielte 56 Punkte und hatte ein Torverhältnis von 70:30 Toren.

2007-2012: Nach schwachen Leistungen neues Jugendkonzept im Vordergrund

In der Saison 2007/2008 stieg man leider sofort wieder aus der Kreisliga A/3 ab und erzielte nur magere 18 Punkte. Man hatte die ganze Runde viele Verletzungen und manche Spieler kamen überhaupt nicht zum Einsatz oder dann als der Abstieg schon fest stand.- Wiederum hieß der Trainer des SC Böckingen Rainer Graf der damit sein 4. Jahr als Trainer absolvierte.
Die Saison 2008/2009 war sehr erfolgreich. Der Sportclub hatte wohl die stärkste Mannschaft der letzten Jahre und wurde leider nur Dritter in der Kreisliga B/3. Man erzielte 58 Punkte und hatte ein Torverhältnis von 78:33 Toren. Nach einem Start mit 0 Punkten (urlaubsbedingt standen Führungsspieler nicht gleich zur Verfügung) nach drei Spielen startete man eine unheimliche Aufholjagd mit 13 Siegen hintereinander wurde aber nicht belohnt und belegte den undankbaren 3. Tabellenplatz in der Kreisliga B/3.
Die Spielrunde 2009/2010 verlief mit Höhen und Tiefen, durch Unstimmigkeiten im nicht sportlichen Bereich, konnten die erwarteten Ergebnisse nicht erzielt werden. Dies war die letzte Saison unseres Trainers Rainer Graf der seine 6 jährige Trainerzeit beim SC Böckingen beendete.
In der Saison 2010/2011 verpflichtete Vorstand Marco Riexinger Francesco Oliveri als Spielertrainer und Helmut Halter als Co Trainer. Leider traten unsere beiden Trainer nach gutem Start völlig überraschend zurück. Bis zur Winterpause stellte sich Ex Trainer Rainer Graf zur Verfügung. Nach der Winterpause verpflichtete der Vorstand Michael Sternheimer als Trainer der Aktiven Mannschaften. Die 1. Mannschaft belegte nach Abschluss der Saison einen sehr mageren 8. Tabellenplatz der Kreisliga/Unterland B 3.
Die Saison 2011/2012 verlief wiederrum sehr enttäuschend und die Mannschaft wurde sportlich immer schwächer und es war im sportlichen Bereich keine Leistungssteigerung zu erkennen. So entschloss sich die Vorstandschaft des Sportclub Böckingen um Vorstand Rainer Graf sich Ende Oktober 2011 von Trainer Michael Sternheimer zu trennen. Es wurde ein Jugendkonzept mit der Person Pasquale Scardamaglia verbunden umgesetzt. Pasquale Scardamaglia sollte Jugendspieler an das Aktiven Niveau heran führen.

2013: Im Zeichen des 100. Jubiläumsjahrs

In Saison 2012/2013 trat der sportliche Erfolg etwas in den Hintergrund, da der Verein und alle Beteiligten im 100sten Jubiläumsjahr sehr mit Feierlichkeiten und deren Organisation beschäftigt waren.
In das Jubiläumsjahr starteten die Jugendmannschaften, man hatte zwischenzeitlich von Bambini bis E-Jugend mindestens eine Mannschaft am Start, mit Hallenturnieren im Februar.

Im März 2013 durften wir das Süddeutsche C-Jugend Futsalfinale ausrichten. In einem packenden Finale bezwangen die Jungs von Greuther Fürth den SV Zimmern. Den Siegerpokal überreichte das „Käthchen von Heilbronn“. Was bei den Jungs naturgemäß super ankam….

Die Sportwoche im Mai war ein voller Erfolg. Alle Mannschaften des SC spielten bei Turnieren mit. Beendet wurde sie mit einem AH-Spiel SC-Böckingen vs Sandhausen. Über das Ergebnis hüllen wir den Mantel des Schweigens, aber wir haben alles gegeben!

2013-2016: Junioren auf dem Vormarsch

Die Saisons 2013/2014 verlief bei den Aktiven sportlich im Mittelfeld, unsere E-Junioren errangen 2014/2015 den Titel des Hallenbezirksmeisters und des Staffelmeistes. Die Jungs spielten sich bis in die Zwischenrunde auf WfV-Ebene, das sind die letzten 16 Mannschaften aus Württemberg.

Die Mannschaft errang in der Saison 2015/2016 den Titel in der Leistungsstaffel D-Junioren und erreichte das Landesfinale im VR-Cup wo der 6. Platz erreicht wurde, in der Spielzeit 2016/2017 wurden sie Vizemeister in der Bezirksstaffel.

Für die Saison 2014/2015 übernahm Can Kara das Traineramt der 1. und 2. Mannschaft. Die Mannschaft spielte in diesen Saisons in der Staffel B 1 und belegte 2014/2015 den 10. Platz, 2015/2016 wurde man 7.

Doublesieger: Meister Kreisliga B3 2016/2017 Aktive und Reserve


Für die Spielzeit 2016/2017 konnte man mit dem Böckinger Michael Gläss als Trainer und Cengiz Aydügün als sportlichen Koordinator 2 fähige Mitstreiter verpflichten. Unterstützt durch die Gründung eines Fördervereins durch den Vorsitzenden Stefan Horn wurde eine Mannschaft neu zusammengestellt und errang mit nur 2 Niederlagen souverän den Meistertitel. Man schoß 100 Tore und lies nur 21 Gegentreffer zu.

In der Saison 2017/2018 trifft man in der Staffel A3 auf unsere Lokalrivalen FC Union Heilbronn und TG Böckingen, man darf gespannt sein.

Heute sieht sich der Sportclub Böckingen mehr im breiten Sport –Fußball angesiedelt. Beim SC Böckingen sind Menschen mit Migrationshintergrund und anderen Ländern herzlich willkommen, wir wollen allen Spielern, Jugendlichen, Aktiven- sowie Senioren Spielern oder auch Mädchen und Frauen das freudige spielen in einem Mannschaftssport unter Wettkampfbedingungen ermöglichen.

Die Abteilungs- und Vereinsvorstände des Sport Club Böckingen

1913 Anton Schuster
1914 Jakob Hannemann
1919 Karl Grund
1921-1925 Adolf Friedle
1925-1926 Karl Weißmann
1926-1929 Hermann Schilling
1929-1931 Mathias Westenberger
1932-1933 Adolf Endreß
1933-1945 Auflösung und Verbot
1946 Adolf Endreß
1947 Hermann Schilling
1948 Adolf Endreß
1949-1952 Karl Frank

1952-1956 Erich Herrlinger
1956-1980 Helmut Hägele
1980-1981 Anton Poschik
1981-1982 Horst Rügner
1983-1986 Richard Lonhard
1987-1988 Klaus Vielhauer
1989-1996 Karl Messer
1997-2002 Eberhard Krautter
2003-2004 Marcus Itzerott
2004-2009 Stefan Horn
2010 –2011 Marco Riexinger
2011 -2014 Rainer Graf
2014- Klaus Vielhauer

 

Gezeichnet:
Vorstandschaft SC Böckingen, Abteilung der Sport- und Kulturgemeinde Böckingen e.V.
74080 Heilbronn, Juli 2017